News

29.08.19 - Jubiläum

Rückblick Teil 3: Das 1. Billinghauser Sportstudio

Quo vadis Handball?



[+] Bild vergößern
Quo vadis Handball? Diese Frage wollte der TuS aus Anlass seines einhundertjähirgen Bestehens mit Handballexperten am Nachmittag des 24. August 2019 in verschiedenen Talkrunden beleuchten. Und rückblickend ist festzuhalten, dass das Konzept voll aufgegangen ist und das Sportstudio ein voller Erfolg war.

Zahlreiche interessierte Zuhörer waren trotz der hohen Temperaturen erschienen, um den Erfahrungen und Ideen der hochinteressanten Talk-Gäste auf einem top besetzten Podium zu lauschen.

In einer ersten Talkrunde, in der es um alte Handballzeiten auf dem Feld und in der Halle ging, gaben die Handball-Veteranen Klaus-Ernst Gräser (TuSG Augustdorf), Klaus Güse (TSV Altenhagen), Manfred Horstkötter (Grün-Weiß Dankersen) und Hans-Willi Wehmeier (TuS Müssen-Billinghausen) so manche informative, lustige und auch nachdenkliche Anekdote aus ihrer aktiven Zeit zum Besten. Einmütig stellten die ehemaligen Top-Sportler fest, dass professioneller Handball gegen die Erstattung der Fahrtkosten - wie damals üblich - heute sicher nicht mehr möglich wäre. Alle Handball-Veteranen trauerten der Zeit des Feldhandballs ein wenig hinterher, der für die Zuschauer im mittleren Spielfeldbereich zu langweilig geworden war, aber mehr verschiedenen Spielertypen die Möglichkeit geboten hat, erfolgreich zu sein. Außerdem waren die vier sich einig, dass Talent nicht alles ist, sondern nur durch harte Arbeit und Einsatz vergoldet werden kann. „Wenn einer der Beste in einem Raum ist, dann ist er im falschen Raum“ brachte Manfred Horstkötter sein Motto eindrücklich auf den Punkt und zeigte damit, dass die jüngere Generation von der älteren noch Einiges lernen und mitnehmen kann.

In der zweiten Talk-Runde beleuchteten Sven Hartmann (Präsident Handballkreis Lippe), Hermann Mehlig jr. (Schiedsrichterwart Handballverband Westfalen), Jörg Pollmann (Abteilungsleiter Handball TuS),Tim Suton (Handballnationalspieler) und Ronny Krüger (ehem. Nationalspieler, Torwarttrainer HSG Blomberg-Lippe) die Situation des Handballs heute. Diese ist geprägt vom Rückgang der Spielerzahlen und von Mannschaftsabmeldungen und der Schwierigkeit, sich - trotz der Euphorie nach Europa- oder Weltmeisterschaften - hinter dem Fußball klar auf Platz zwei der Sportarten in Deutschland zu positionieren. Tim Suton betonte die Wichtigkeit der Jugendarbeit und hob hervor, dass in der Bundesligamannschaft des TBV auch Spieler aus der eigenen Jugend die Möglichkeit erhalten, sich durchzusetzen. Jörg Pollmann betonte in dem Zusammenhang, wie wichtig es ist, gute Trainer zu engagieren, um die Motivation der jugendlichen Spieler hoch zu halten.

Ebenso wurde deutlich, dass auch der Rückgang an Schiedsrichtern ein großes Problem ist. Hermann Mehlig jr. brach in dem Zusammenhang eine Lanze für die Schiedsrichterposition, in der auch weniger talentierte Handballer hochklassig aktiv werden können. Und Ronny Krügers Idee in dem Zusammenhang, zum Beispiel alle B-Jugendlichen einer Mannschaft im Sinne des Teambuildings zusammen den Schiedsrichterschein absolvieren zu lassen, ist sicherlich auch ein interessanter und bedenkenswerter Ansatz.

Das „1. Billinghauser Sportstudio“ wollte aber auch den Blick nach vorne wagen: Wie geht es weiter im Handballsport? In der letzten Talkrunde äußerten Wilhelm Barnhusen (Präsident des Handballverbandes Westfalen), Carsten Korte (DHB-Vizepräsident), Lasse Bracksiek (TuS Müssen-Billinghausen, Trainer weibl. B-Jugend HSG Blomberg-Lippe), Dirk Winter (Lehrwart des Handballkreises Lippe, TV Bad Meinberg) und Klaus Rottschäfer (Vorsitzender TuS Müssen-Billinghausen) vielversprechende Ideen dazu. So soll der Handballsport durch die Fortbildung von Sportlehrerinnen und -lehrern und die Kooperation von Schulen und Vereinen wieder vermehrt in die Schulen getragen werden, um dort Nachwuchs für den „tollsten Sport der Welt“ zu werben. Auch eine größere Präsenz in den öffentlich-rechtlichen Medien wäre wünschenswert, damit aus den Handballspielern auch Vorbilder für die Kinder und Jugendlichen werden können. Ebenso wird die Professionalisierung im Handballverband vorangetrieben, von der sowohl der Breiten- als auch der Spitzensport im Handball profitieren wird. Einig waren sich alle Beteiligten, dass die Lage des Handballsport in Deutschland zwar im Moment nicht optimal ist, aber man auch nicht so schwarz sehen muss, da man auf einem guten Weg ist und schon Einiges in die Wege geleitet wurde, um den Handballsport in Deutschland als Sportart Nummer zwei zu etablieren.

Ein besonderer Dank gilt dem hervorragend vorbereiteten und entsprechend souverän moderierenden Mario Brink, dem es sehr gut gelungen ist, zusammen mit seinen Gästen viele Facetten des spannenden Themas zu beleuchten.

Auch die Tatsache, dass durch erneut zahlreiche ehrenamtliche Helferinnen und Helfer auch für das leibliche Wohl gesorgt war, trug dazu bei, dass das „1. Billinghauser Sportstudio“ ein voller Erfolg war. Eine Wiederholung in nicht allzu ferner Zukunft wurde ausdrücklich nicht ausgeschlossen!

Quelle: Petra Wirtz-Kaltenberg


Zurück

Termine

Galerie

Besucher

Gesamt:
1.554.542
Heute:
41
Gestern:
224
Jetzt online:
1
max am Tag:
2.340
max online:
186
TuS-culum - Die Räumlichkeit für Ihre Feier 3. Halbzeit Facebook Youtube Instagram
© TuS Müssen-Billinghausen e. V. 2002-2022 - Impressum - Datenschutzerklärung - SIS